Istanbul

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Wie soll man Istanbul beschreiben, eine Stadt, in der man alles findet, was es irgendwo in der grossen Türkei gibt - und dabe weit mehrist als die  Summe dieser Vielfalt? Ungezählte Filme wurden über die Stadt bereits gedreht, grosse Erzähler zeichneten auf hunderten Seiten Skizzen von Reichtum und Armut, Schönheit, Verfall, Chaos, der orientalischen Melancholie und der geheimnisvollen Ordnung der Stadt. Fragt man einen Istanbuler nach einem Bild seiner Stadt, dann blicken die meisten eher schwermütig zurück – und nennen ein Gedicht, das nicht die Farben der Stadt nachmalt, sondern ihren Klang von einst.

 

Die Rückkehr der Derwische

books-foto9Wie wird aus einer Grafikerin ein Derwisch – oder richtiger: Eine Derwischin ? In dem Sommermonaten, wenn Touristen an jeder Ecke der Altstadt von Istanbul unübersichtliche Pläne auseinanderfalten und ratlos nach Schildern mit Strassenamen suchen, steigt Didem Edmen mit einer grossen Tasche zwei Mal in der Woche von der alten Hauptstrasse im Istanbul Stadtteil Beyoglu in die Galip Dede Caddesi hinunter.

 

Selbstmord

books-foto15Wer am Hafen von Izmir auf und ab flaniert, zeigt gerne, warum man vom „reichen Westen“ der Türkei spricht. Die jungen Männer fahren mit dem Auto die Uferstrasse auf und ab. Auch wenn es kein Cabrio ist, der Besitz eines Autos hebt den Fahrer in einen Rang, den viele junge Damen hinter modischen Sonnenbrillen für bemerkenswert halten. Die meisten Cafes an der Uferpromenade sind bis auf den letzten Platz besetzt.

 

 

Nachts unter triefenden Netzen

books-foto4Yavuz muss zwei Tage warten, bis er mit seinem gelben Fischkutter endlich ablegen kann. Zwei Tage lag dichter Nebel über dem Bosporus. Einmal sind wir bei so einem Wetter rausgefahren und prompt mit einem anderen Boot zusammengestossen. Aber zwei Tage nicht fischen, das reisst schon ein ordentliches Loch in die Kasse Überall liegen Netze zu scheinbar unentwirrbaren meterhohen Bergen aufgeschichtet, Männer mit Wollmützen und Gummistiefeln sitzen davor, die da und dort ihr Flickzeug ansetzen. Die Luke zum Unterdeck ist geöffnet, es stinkt nach Diesel und man sieht den Rücken eines Mannes mit einem ölverschmierten Pullover, er zwischen Motorteilen schraubt. Zwei Mann schrubben das Deck.

 
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